TL;DR
28 % der deutschen Baufachleute sind der Meinung, dass die steigenden Energiepreise die Sicherheit am Arbeitsplatz beeinträchtigen, weil weniger geheizt, beleuchtet und elektrische Geräte verwendet werden. Energiesparen im Baugewerbe ist gut, sollte aber nicht auf Kosten von Sicherheitsmaßnahmen gehen. Konzentrieren Sie sich daher auf eine effizientere Energienutzung, indem Sie sich 1) für eine hybride Energieversorgung entscheiden, 2) Energieerzeugung und -verbrauch aufeinander abstimmen und 3) veraltete Maschinen und Geräte rechtzeitig austauschen.
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In den vergangenen Jahren sind die Strompreise stark gestiegen. Auf Baustellen, die in hohem Maße von energieintensiven Verfahren abhängen, können diese Preissteigerungen gefährliche Situationen nach sich ziehen. Das zeigen die Ergebnisse des Boels Rental Bau Index*. 28 % der befragten deutschen Baufachleute geben nämlich an, dass die steigenden Strompreise sich negativ auf die Sicherheit am Arbeitsplatz auswirken, da der Einsatz von Heizung, Beleuchtung und Elektrogeräten reduziert wird. Das bietet Anlass zur Sorge.
Diese Einrichtungen sind unerlässlich für sicheres Arbeiten. Bedingungen wie Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit können zu einem Nachlassen der Aufmerksamkeit und damit auch zu gefährlichen Situationen führen. Deshalb ist die Belüftung keinesfalls ein überflüssiger Luxus. Ein anderes Beispiel ist der Einsatz automatischer Werkzeuge. Diese sind sicherer als Handwerkzeuge, da sie mit entsprechenden Sicherheitsvorrichtungen ausgestattet sind. Die Energieeinsparung auf Baustellen ist eine gute Sache, darf aber nicht auf Kosten der Sicherheitsmaßnahmen gehen. Deshalb sollten Sie sich lieber auf eine effizientere Stromnutzung konzentrieren. Mit den folgenden drei Maßnahmen können Sie die Kosten senken, ohne auf wichtige Einrichtungen verzichten zu müssen:
1 Hybride Stromversorgung
Mit einem Hybridsystem, also einem Aggregat in Kombination mit einem Batteriepack, lässt sich der Stromverbrauch problemlos senken. Aggregate werden bei Projekten noch häufig eingesetzt, um einen zu leistungsschwachen Stromanschluss zu unterstützen. Dabei machen Baufachleute oftmals den Fehler, das Aggregat anhand der Spitzenlast auszuwählen. Die Spitzenlast kommt jedoch oft nur sporadisch vor, weshalb in der Praxis ein Aggregat mit einer viel geringeren Leistung ausreicht – vor allem dann, wenn der erzeugte Strom in einem Batteriepack gespeichert wird, das als Puffer fungiert. Das Aggregat muss sich in diesem Fall nur kurzzeitig einschalten, um das Batteriepack aufzuladen. Mit dem Aggregat können selbst große Lastspitzen aufgefangen werden. Auf diese Weise können Sie Ihren Stromverbrauch mit einer anderen Aufstellung bereits viel effizienter gestalten.
Bei einem anspruchsvollen Bauprojekt war Omexom mit einem Bauanschluss mit unzureichender Kapazität konfrontiert
2 Stimmen Sie die Erzeugung auf den Verbrauch ab
Neben der intelligenten Stromnutzung können Sie sich auch dafür entscheiden, selbst Strom zu erzeugen. Vor allem, wenn der erzeugte Strom auch gespeichert wird, lässt sich der Stromverbrauch mit Solarmodulen in der richtigen Jahreszeit auf ein Mindestmaß beschränken.
Darüber hinaus können Sie intelligente Zähler und Energiemanagementsysteme einsetzen, die Sie beim effizienteren Umgang mit der Stromerzeugung und Ihrem Verbrauch unterstützen. Im Sommer wird auf Baustellen weniger Strom benötigt, da es lange hell bleibt. Für die Baubuden gilt das jedoch häufig nicht, da viele von ihnen noch eine Heizung und/oder eine Klimaanlage haben und dadurch noch relativ viel Strom verbrauchen. Mit dem richtigen Einblick können Sie besser abschätzen, wo Strom benötigt wird und ob dieser Bedarf mit einem Batteriepack oder Aggregat gedeckt werden kann.
3 Tauschen Sie alte „Stromfresser“ aus
Vor allem im Hinblick auf Maschinen und Geräte empfiehlt es sich, Altes rechtzeitig auszutauschen. Die Leistung von Maschinen wird immer besser. Altmodische Baubuden mit 3000 W-Heizungen und 2700 W-Klimaanlagen verbrauchen beispielsweise Unmengen an Strom, während neue Geräte wie Wärmepumpen viel sparsamer sind. Das gilt auch für die Beleuchtung. Um Ihre Baustelle ohne einen unnötig hohen Stromverbrauch gut zu beleuchten, können Sie sich für eine sparsame LED-Beleuchtung mit Bewegungssensoren entscheiden. Auf diese Weise brennt das Licht nur an den Stellen und zu den Zeitpunkten, an und zu denen es wirklich erforderlich ist, und ist die sichere Beleuchtung der Arbeitsplätze immer gewährleistet. Gerade durch den Einsatz neuerer Maschinen und Geräte können Sie Ihre Stromkosten in den Griff bekommen.
Obwohl die völlig energieneutrale Arbeit auf Baustellen nahezu unmöglich ist, lassen sich mit intelligenten Maßnahmen enorme Einsparungen erzielen, ohne Abstriche bezüglich der Sicherheit zu machen. Bewusste Investitionen in energiesparende Lösungen und eine genaue Überwachung des Stromverbrauchs sorgen dafür, dass Baustellen sicher und effizient und Projekte bezahlbar bleiben – auch bei steigenden Strompreisen.

*Die Umfrage wurde von Marktforschungsagentur Markteffect unter 439 deutschen Baufachleuten durchgeführt.




