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Der Personalmangel im Baugewerbe beginnt tiefe Spuren zu hinterlassen. Sage und schreibe 23 Prozent der im Baugewerbe tätigen Unternehmen leiden unter Personalmangel. Die Hälfte der Branche (49 %) bezeichnet den Mangel an Personal zur Durchführung von Projekten sogar als ihre größte Sorge. Neben der Produktivität geraten auch das Wohlbefinden und die Gesundheit des vorhandenen Personals zunehmend unter Druck, wobei Überstunden eher die Regel als die Ausnahme sind: ein Drittel der befragten Baufachleute (35 %) macht regelmäßig Überstunden. Das geht aus dem jährlichen „Boels Rental Bouwindex“* hervor. Aber wie hält man Projekte am Laufen und unterstützt sein Personal dabei so gut wie möglich?
Überlastung des vorhandenen Personals
Obwohl Investitionen in die Produktivität auf Baustellen wichtig sind, ist es noch wichtiger, das vorhandene Personal dabei nicht aus dem Auge zu verlieren, da es im Arbeitsalltag stets mehr unter Druck gerät. 23 Prozent der Angestellten haben beispielsweise das Gefühl, aufgrund der steigenden Kosten schneller arbeiten zu müssen. Regelmäßige Überstunden wirken sich negativ auf die Work-Life-Balance aus und können schneller zu Überlastung, Erschöpfung und Unaufmerksamkeit führen. Zugleich gibt etwa die Hälfte der Befragten (52 %) an, diesen Druck nicht zu verspüren, was auf eine wachsende Kluft innerhalb der Teams hindeutet.
Muss aufgrund der steigenden Kosten schneller arbeiten
der Bauunternehmen hängt von unerfahrenem Personal ab
Gefährdung der Qualität
Der Personalmangel stellt nicht nur ein quantitatives Problem dar, sondern wirkt sich auch unmittelbar auf die Arbeitsweise aus. Beispielsweise sind 29 Prozent der Bauunternehmen mittlerweile von unerfahrenem Personal abhängig. Das kann dazu führen, dass Baufachleute neben ihrer Arbeit auch mehr Zeit und Energie in die Einarbeitung und Schulung ihrer Kollegen investieren müssen.
Langfristige Einsetzbarkeit ist unerlässlich für die Kontinuität von Projekten
„Die Auswirkungen des höheren Arbeitsdrucks infolge des Personalmangels dürfen nicht unterschätzt werden. In diesem Zusammenhang stellt nicht nur die Überlastung ein Risiko für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Angestellten dar, sondern können infolge von Erschöpfung auch schneller gefährliche Situationen entstehen. Natürlich müssen Bauunternehmen für die Fertigstellung der Projekte und die Einhaltung der Fristen sorgen, aber dabei darf man nicht vergessen, dass hinsichtlich der Kontinuität von Bauprojekten auch die langfristige Einsetzbarkeit eine wichtige Rolle spielt“, erklärt Sven Janssen, Health & Safety Manager bei Boels Rental.
„Deshalb muss besonders gut auf Anzeichen von Überlastung geachtet und nach Möglichkeiten gesucht werden, um weniger von bestimmten Mitarbeitenden abhängig zu sein. Indem unerfahrene Arbeitskräfte mit gezielten Schulungen und gezielter Betreuung schneller und effektiver eingearbeitet werden und die Sicherheit und der Arbeitsdruck strukturell überwacht werden, kann der Druck auf die Teams reduziert werden. Gleichzeitig sind Investitionen in die Bereiche Automatisierung und Umschulung unerlässlich, um das Baugewerbe zukunftsbeständig zu machen und neue Talente zu gewinnen.“

*Die Umfrage wurde von der Marktforschungsagentur Markteffect unter 439 deutschen Mitarbeitern im Baugewerbe durchgeführt.




