Beim Bau einer neuen Schlammtrocknungsanlage für das Müllheizkraftwerk in Alkmaar stand Visser & Smit vor einer Herausforderung in der Höhe. Mithilfe von BIM (Building Information Modeling) empfahl Boels die richtige Hubarbeitsbühne. So sparte das Bauunternehmen Zeit, Kosten und Aufwand. „Wir erhielten schnell einen klaren Überblick über die Möglichkeiten im begrenzten Raum. Mit diesem Ansatz haben wir im Vergleich zu teureren Alternativen Zeit und Geld gespart, etwa dem späteren Demontieren der Hubarbeitsbühne.“
Am Stadtrand von Alkmaar arbeitete Visser & Smit im vergangenen Jahr intensiv an der neuen Anlage. Ein komplexes Projekt, das perfekt zu ihrer Expertise passte. „Die Komplexität lag vor allem im eingeschränkten Zugang mit Höhenunterschieden, dem begrenzten Platz im Bauwerk und der erforderlichen Reichweite der Hubarbeitsbühne“, erklärt Bauleiter Alfred Van Luenen.
Das Unternehmen errichtete praktisch einen Betonbunker mit einzelnen Bereichen. Der Beton wurde Schicht für Schicht im Gleitschalungsverfahren gegossen. Für die Montage der Stahl-Dachkonstruktion waren Arbeiten in der Höhe notwendig. Dafür wurden die Spezialisten von Boels hinzugezogen.

Keine Standardanfragen
„Die Anforderungen des Kunden waren klar: eine Hubarbeitsbühne mit 26 Metern Arbeitshöhe, über 18 Metern Reichweite, ausreichender Tragfähigkeit und der richtigen Knickhöhe. Da in einem (teilweise) geschlossenen Raum gearbeitet wurde, sollte die Maschine elektrisch sein. Eigentlich eine Standardanfrage – wäre da nicht die herausfordernde Lage und der Zugang gewesen.“
Das Arbeitsgelände lag 3,5 Meter unter dem Bodenniveau. Zunächst dachte der Kunde daran, die Grube mit Sand zu füllen, um die Bühne hineinzufahren. Dafür wären über 1.000 Kubikmeter Sand nötig gewesen – eine aufwendige und kostspielige Logistik mit mehr als 100 LKW-Ladungen für das Befüllen und Entfernen“, erklärt Boels-Technikspezialist Job Spiekermann.
Digitale Beratung
Richard Le Blanc, Manager bei Boels, ergänzt: „Nach einem Besuch vor Ort habe ich sofort vorgeschlagen, mit BIM zu arbeiten. Daraus ergab sich, dass eine 40 Meter Hybrid-Spinnenarbeitsbühne die beste Lösung war. Das BIM-Modell zeigte genau, ob die Maschine hineinpasst, ob genügend Platz zum Arbeiten vorhanden ist, wie weit sie reicht, welche Bereiche erreichbar sind und vor allem, ob wir sie auch wieder herausbekommen.“
Ein spannender Moment
Ein LKW-Ladekran hob die Hubarbeitsbühne durch eine Öffnung in den Bunker. Trotz aller Berechnungen blieb es spannend, berichtet Alfred.
„Wir mussten die Bühne über den Kran hinwegheben. Aufgrund von Reichweite, Tiefe und Gewicht war das ziemlich nervenaufreibend. Es blieben keine 10 Zentimeter Spielraum – es passte gerade so. Für mich war es das erste Mal, so zu arbeiten. Anfangs war ich skeptisch: schönes System, aber funktioniert das wirklich? Irgendwann muss man BIM vertrauen. Jetzt bin ich überzeugt und sogar positiv überrascht, wie gut es in der Praxis funktioniert. Ich arbeite seit fast 30 Jahren im Bau. Ich bin es gewohnt, digitale Entwürfe mit Papierzeichnungen zu kombinieren, aber mir ist klar, dass digitale Systeme wie BIM die Zukunft sind. Am Ende macht es die Arbeit deutlich einfacher.“




